die Deutschen und das Internet

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Post 1
schwindt-pr wroteat 02:22 on 28 May 2009
Immer wieder höre ich Sätze wie:

"Internet? Da sind doch eh nur Verbrecher!"

"Eine Website? Naja, die hat man halt, ist aber doch nicht so wichtig."

"Ein Blog hätte ich schon gern, ist ja gut für die Suchmaschinen, aber das Kommentieren lasse ich nicht zu! Was, wenn die Konkurrenz was Schlechtes über mich reinschreibt?"

Mir scheint, das Internet und v.a. Social Media haben einen schlechten Ruf bei den Deutschen. die Leute haben Angst, mit dem Medium einfach mal spielerisch umzugehen.

Mit dem deutschen Agenturblog von schwindt-pr soll jetzt in die Grundlagen von Web und Social Media eingeführt werden. Vielleicht hilft das ja?

Was können wir sonst noch tun, um die Menschen an das Medium heranzuführen?
Post 2
Christian wroteat 04:33 on 28 May 2009
Social Media im täglichen Leben einsetzen und die Vorteile aufzeigen. Darüber reden hilft nur begrenzt, das geht mir selbst ja auch so. Ich muss den konkreten Vorteil erkennen können, sonst ist es einfach nur Spielerei.
Post 3
Kerstin wroteat 11:15 on 28 May 2009
Genau. Web ist kein Kundennutzen. Bekanntheit, Umsatz und Gewinn. Das ist Kundennutzen.
Post 4
Ralph wroteat 12:59 on 28 May 2009
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man andere Menschen mit Argumenten von Social Networks nur selten überzeugen kann, da muss bei jedem der Groschen von selber fallen.
Post 5
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schwindt-pr wroteat 13:52 on 28 May 2009
@Kerstin Hoffmann:
Mir ging es in der Frage weniger um business als um die generelle Frage, warum gerade die Deutschen so eine Angst vor dem Internet haben. Natürlich interessiert auf geschäftlicher Ebene zuerst das "Was hab ich davon". Aber was, wenn die Angst vor dem Medium trotzdem größer ist als der mögliche Nutzen?

Meiner Erfahrung nach helfen da - wie Christian schon richtig gesagt hat - positive Beispiele. Einen spielerischen Umgang mit dem Medium halte ich dabei nicht für grundsätzlich falsch. Man sollte nur jemanden an der Hand haben, der einem die Basics erklärt, bevor man loslegt. Ob nun durch aktive Unterstützung oder indem man sich anschaut, wie andere das machen.

@Ralph Schäfer:
Ja, der Groschen muss so oder so bei jedem einzelnen fallen, auch wenn er eine Anleitung hat. Wenn er/sie sich denn mal traut, einen Anfang zu machen.

Ich bekomme von allen Seiten, ob geschäftlich oder privat, immer öfter Fragen zum Thema Social Media. Gleichzeitig sind viele sehr verunsichert, weil sie mehr von Datenschutzproblemen oder Internetkriminalität hören als von positiven Beispielen.

Daher meine Frage: was können wir ganz konkret tun, um die Leute an das Internet heranzuführen?


Post 6
Ralph replied to schwindt-pr's postat 23:49 on 28 May 2009
@Beitrag #5 schwindt-pr:
Vieleicht wäre eine Zusammenarbeit mit Volkshochschulen denkbar und man könnte im Rahmen ihrer Computer-Kurse die eine oder andere Unterrichtseinheit zum Thema Social Media einbauen.
Bei Leuten, die die jeweiligen Kurse dort besuchen, kann man wenigstens von einem gewissen Grundinteresse am Thema ausgehen.
Post 7
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Nils wroteat 05:35 on 29 May 2009
Krempelt die Schulen um. Lehrt die Kinder den verantwortungsvollen Umgang mit dem Medium. Und wartet darauf bis alle Internetausdrucker ausgestorben sind.

Anders geht es nicht, ausser ihr findet einen Weg einem alten Hund noch neue Tricks beizubringen.
Post 8
Ralph wroteat 12:43 on 29 May 2009
@Beitrag #7 Nils Hitze:
Natürlich müssen die Kinder in der Schule Medienkompetenz erlernen.

Wenn allerdings immer wieder Artikel wie dieser publiziert werden, wird das in der breiten Öffentlichkeit kein Vertrauen zum Internet schaffen:

http://www.zeit.de/2009/23/Internet-Grenze
Post 9
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schwindt-pr replied to Nils's postat 03:53 on 11 June 2009
http://blog.myonid.de/2009/06/medienkompetenz-schuler-lernen-twittern-bloggen-und-podcasten-und-den-umgang-mit-der-eigenen-online-identitat/

So zum Beispiel?
Post 10
Ralph replied to schwindt-pr's postat 23:48 on 14 June 2009
Das ist doch schon mal ein Anfang.
Post 11
schwindt-pr wroteat 12:07 on 27 August 2009
Noch ein Artikel zum Thema:
http://www.handelsblatt.com/technologie/it-internet/internet-fuer-anfaenger;2449440
Post 12
Jens wroteat 05:12 on 06 November 2009
Das von schwindt-pr formulierte Problem betrachte ich im Zusammenhang mit der allgemeinen Aussage "was sollen denn die Nachbarn denken?".

Ich kenne die Verhältnisse in anderen Gesellschaften/ Ländern nicht gut genug, um eine vergleichende Aussagen zu wagen. Aber mir scheint, dass wir in unserer Gesellschaft eine anerzogene? Angst vor gesellschaftlicher Sanktionen oder Benachteiligungen haben, wenn wir uns nicht so verhalten, wie es die Gesellschaft erwartet. Ich will das gar nicht bestreiten, aber in Frage stellen.

JedEr hat vermutlich davon gehört, dass es PersonalmanagerInnen geben soll, die das WEB hinsichtlich einzustellender BewerberInnen durchsuchen und ggf. persönliche Fundstücke bei Einstellungsentscheidungen berücksichtigen. Gleichzeitig werden wir von vielen Seiten davor gewarnt zuviel von uns Preis zugeben, um nicht erpressbar zu sein. Und wer sich dennoch öffentlich zeigt, läuft Gefahr als Egozentriker verurteilt zu werden. Und die lieben "Nachbarn" tragen ihren Teil dazu bei.

Ich frage mich derzeit, ob dahinter nicht ein gewolltes System steckt. Ob die Angst vor der Öffentlichkeit vielleicht gewollt ist und dazu dient, dass nur wenige die Macht des Wissens von Geheimnissen haben und somit zu einem fragwürdigen Vorteil nutzen können (Gerüchte, Seilschaften, Mauscheleien, etc. ). Ich möchte sogar soweit gehen und die These formulieren, dass genau dieses Klima uns zur Intoleranz zwingt.

Wer hat den nicht schon mal in der Vergangenheit Mist gebaut, etwas blödes gesagt oder geschrieben, einen Fehler gemacht, etc.? Und können wir nur deshalb friedlich zusammenleben, weil wir einen Teil unserer Vergangenheit in uns vergraben, bzw. vor den anderen verstecken müssen? Zum Schutz vor den Anderen bauen wir die Mauern immer höher und unser eigenes Gefängnis. Und gleichzeitig machen wir uns immer abhängiger von denen, die uns für teures geld uns Ersatz(befriedigung) für die verlorene Freiheit anbieten.

Ich kann meine Toleranz (das wohlwollende Annehmen des mir Fremden) nur entwickeln und entfalten, wenn andere mich mit ihrem anders sein auch herausfordern.

Also, wer sich vor der Intoleranz der Mitmenschen fürchtet, sollte sich fragen, wie es um die eigene Toleranz bestellt ist. Das müsste man nur noch diplomatisch zu einem angenehm einladenden Gedanken formulieren :D
Post 13
schwindt-pr wroteat 06:45 on 07 November 2009
@Jens: ich denke, es ist eine Frage mangelnder Medienkompetenz. Otto Normaluser weiß gar nicht wirklich, was Internet ist und was er/sie da tut.

Beispiel: habe z.B. mal einen Anruf einer völlig verstörten Frau bekommen, die von mir Facebook "repariert" haben wollte, aber nicht mal wusste, was E-Mail oder ein Browser ist. Sie war verzweifelt, weil Facebook ihr nicht sagen konnte, warum ihr Mann und ihre Tochter ihre Facebook-Nachrichten lesen konnten.

Da ihr die Grundbegriffe fehlten, dauerte es richtig lange, bis ich dahinter kam, was das Problem war: die ganze Familie nutzt ein und denselben E-Mail Account (wir haben doch auch nur einen Briefkasten)! Außerdem war der Browser so eingestellt, dass er alle Passwörter auf immer und ewig behielt. So konnte sich jeder ohne Probleme in den Facebook-Account der Frau einloggen und auch die via Mail eingehenden Benachrichtigungen lesen.

Und das ist kein Einzelfall. Ich sehe hier ständig Freunde von Freunden, die ihre gesamten Daten öffentlich frei zugänglich zeigen. Dass das dann jeder lesen kann, halten sie dann für die Schuld von Facebook, nicht für ihre eigene...